Ein verlassener Dachboden, Licht, das durch verwitterte Fensterläden fällt, und mittendrin zehn Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Dirigent Andreas Vogler sowie die Tänzerin Elodie Lavoignat, die sich ganz auf Schönbergs „Verklärte Nacht“ einlassen. So beginnt der neue Musikfilm, den wir gemeinsam mit dem ISARIA KOLLEKTIV realisiert haben — Premiere heute, 20:00 Uhr, auf YouTube.
Arnold Schönbergs frühes Werk aus dem Jahr 1899, komponiert nach einem Gedicht von Richard Dehmel, gehört zu den dichtesten Werken der spätromantischen Kammermusik: eine Nacht, ein Gespräch, eine Verwandlung. Das Ensemble wollte die Produktion dokumentieren und hat uns gebeten, dafür einen Film zu schaffen, der dieser Intensität standhält.
Die Produktion lag vollständig beim Medienhaus: Regie, Ton, Kamera und Schnitt. Gedreht wurde an einem Ort, der selbst schon eine Geschichte erzählt — ein altes, unbewohntes Gebälk, dessen Verfall und Licht die Stimmung des Werks aufnimmt, ohne sie zu illustrieren. Die Herausforderung lag darin, elf Musizierende und eine Tänzerin in einem Raum zusammenzuführen, ohne der Musik etwas aufzudrängen: die Kamera folgt dem Hören und der Bewegung, nicht umgekehrt.
Für uns ist „Verklärte Nacht“ ein weiterer Beleg dafür, dass Musikfilm und Dokumentarfilm näher beieinanderliegen, als man denkt: Beide leben davon, einem Moment so nah zu kommen, dass er für sich selbst sprechen kann.

